Theologie: RAMADAN/رمضان --- "Fasten" in den drei großen Religionen - Zum Fastenmonat Ramadan und dem religiösen Fasten allgemein ...
Der alttestamentliche, also jüdische Prophet Jesaja sagt in seinem 58. Kapitel das Folgende über das Fasten:
- "Ist das ein Fasten, wie ich es liebe, / ein Tag, an dem man sich der Buße unterzieht: wenn man den Kopf hängen lässt, so wie eine Binse sich neigt, / wenn man sich mit Sack und Asche bedeckt? Nennst du das ein Fasten / und einen Tag, der dem Herrn gefällt? Nein, das ist ein Fasten, wie ich es liebe: / die Fesseln des Unrechts zu lösen, / die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, / jedes Joch zu zerbrechen, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, / die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden / und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen." (Bergpredigt, Matthäus 6)
Da die christliche(n) Kirche(n) das Alte Testament adaptiert hat/haben, sollten sich auch Christen dies zu Herzen nehmen. Auch der Prophet Muhammed nimmt immer wieder positiv Bezug auf die Propheten des "Buches", von Adam, Noah, Abraham bis Jesus. Es ist stark davon auszugehen, dass er sowohl das Alte Testament und die Evangelien kannte.
Der Zimmermann aus Nazareth, den die römische Kirche zu Gott selbst erhoben hat, der aber für die Muslime einer der höchsten Propheten Gottes ist (Sure 2 und Sure 3) und von dem Muhammed sagt, man solle tun, was er gelehrt hat (siehe dort), dieser Jesus sagt zum Thema Fasten:
- "Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.“
Mit dem Fasten und dem Fastenmonat "Ramadan" beschäftigt sich der Prophet Muhammed in der Sure 2 des Korans, und dort in den Versen 183 bis 187. Nachdem der Koran sich dort ausführlich und konkret mit dem Verzicht von Nahrung und anderen Dingen beschäftigt, heißt es in der Sure 188:
- "Esst und trinkt, doch verrichtet die Form der Anbetung, die euch helfen, eure Seele im Zaum zu halten, wie das Fasten. Und verschlingt nicht euren Besitz untereinander auf falsche Art durch Nichtigkeiten, Sünden und Verbrechen wie Diebstahl, unberechtigte Aneignung, Bestechung, Wucher und Glücksspiel, und bietet ihn nicht den Herrschenden an, um dadurch einen Teil vom Besitz anderer Menschen auf sündige Weise zu verschlingen - und das wissentlich." (Ali Ünal)
Aus den vorherigen - oben erwähnten - Versen zum Fasten ergibt sich, dass es Praxis war und heute noch ist, sich während des Monats Ramadan einige Nächte zur Besinnung und zum Gebet in der Moschee zu verbringen. Nach der Überlieferung pflegte der Prophet Muhammed diese Praxis die letzten zehn Tage des Fastenmonats. Es handelt sich hier um eine Art Weihezustand, den I'tikaf, der hier ganz gut beschrieben wird.
Zu sagen ist noch, dass den Muslimen der Fastenmonat durch den Koran vorgeschrieben ist, wobei dieser (siehe dort) einige Ausnahmen und Modifizierungen zulässt. Die sogenannte Fastenzeit der Katholischen Kirche, ist im Neuen Testament nicht zu finden. Wenn man/frau den Text des Propheten Jesaja ernst nimmt, dann ist Fastenzeit jeden Tag angesagt. Die aber hat nichts mit Verzicht auf Nahrung etc. zu tun, sondern mit dem fürsorglichen und humanen Umgang des Mitmenschen.